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Artikel im Sportsplitter vom 03.11.2019

Hier der Link zur Ausgabe vom Sportsplitter

Bericht Matchday vom 04.10.2019

 

Jede Mannschaft braucht ihn, doch das spezifische Training bleibt häufig auf der Strecke: Torhüter nehmen in Mannschaften zwar eine Schlüsselposition ein, können im Alltag aber meist nicht so trainiert werden, wie es nötig wäre. Die Folge dessen ist Potential, das verloren geht. Genau diesem Problem haben sich Thorsten Röhrbein und David Pape angenommen, die 2017 die Torwartschule eröffnet haben. match-day.de sprach mit den beiden Ex-Keepern über das Projekt, die Idee dahinter und die Trainingsmethoden.
   

match-day.de: Wie ist die Idee der Torwartschule entstanden?

 

Thorsten Röhrbein: „Bevor ich auf die Frage eingehen, möchte ich mich erst einmal bei Rico Schulte und den Lesern dafür bedanken, dass wir uns auf match-day.de präsentieren dürfen. Die Idee zu unserer Torwartschule beruft sich auf das Problem, welches jedem Torwart im Kreis und darüber hinaus wohl sehr bekannt vorkommt. Ein Fußballteam besteht aus ca. 16 bis zwanzig Spieler, um die sich ein Trainer im Training kümmert und versucht, die einzelnen Spieler zu verbessern. Leider ist es so, dass an die Torhüter komplett andere Anforderungen gestellt werden als sie von den Feldspielern verlangt werden und somit auch nur sehr schwer durch das Mannschaftstraining geschult werden können. Um „uns“ Keeper aber in unseren Fähigkeiten weiterzuentwickeln und diese zu festigen, ist ein torwartspezifisches Training unserer Meinung nach unerlässlich.“

 

 

match-day.de: Was unterscheidet die Torwartschule von Torwarttrainern, die in einigen Vereinen eingesetzt werden?

 

David Pape: „Der Unterschied bzw. die Unterschiede zwischen der Torwartschule und den Torwarttrainer der Vereine liegen darin, dass wir zum Start der Torwartschule im Jahr 2017, in den vergangenen Jahren und natürlich auch in Zukunft in spezielle Trainingsausrüstung für das Torwarttraining investieren, welches dem Vereinstrainer kaum oder gar nicht zur Verfügung steht oder gestellt werden kann. Durch Torwarttrainer-Lehrgänge auf verschiedenster Art und Weise und dadurch, dass wir inzwischen mit einigen anderen Torwartschulen aus ganz Deutschland vernetzt sind, ist unser Training modern und abwechslungsreich. Hinzu kommt, dass unsere Torleute durch die Aufteilung in alters- und leistungsgerechte Gruppen viel voneinander lernen können. Dazu gehört beispielsweise das Lösen unterschiedliche Trainings- und Spielsituationen. Schön ist natürlich auch zu sehen, wie gut sich unsere Jungs untereinander verstehen, ihre Sorgen und Erfolge miteinander teilen und einfach Verständnis füreinander aufbringen. Uns Torleuten wird ja einem „Mythos“ zufolge ein spezielles Wesen nachgesagt…“

   

match-day.de: Welche Vision verbirgt sich hinter dem Projekt?

 

Thorsten Röhrbein: „Die Vision hinter unserem Projekt ist ganz klar: Wir möchten jedem Schlussmann jeder Altersklasse die Möglichkeit bieten, sich durch spezielles Training in seinen Fähigkeiten zu verbessern, ein modernes Torwartspiel zu erlernen und seinem Traum vom Fußballspieler durch Spaß und Arbeit vielleicht ein Stück näherzukommen. Wer weiß? Vielleicht kommt der nächste Nationaltorhüter ja aus dem HSK! Talente haben wir auf jeden Fall schon einige gesehen.“

 

match-day.de: An welche Altersgruppe richtet sich das Angebot?

 

David Pape: „Eine Altersbegrenzung gibt es bei uns nicht. Durch die große Resonanz ist es uns möglich, gerade im Jugendbereich die Kids wie schon vorab erwähnt in alters- und leistungsgerechte Gruppen aufzuteilen. Es gibt im Jugendbereich drei unterschiedliche Lehrgänge: Für die ganz Kleinen, also bis zur U11, dann für die Fortgeschrittenen, die zwischen U12 und U17 spielen, und für unsere ambitionierten Torfrauen aus den doch teils sehr erfolgreichen Damenmannschaften aus unserem Kreis. Im Bereich der Senioren bieten wir das Training direkt vor Ort bei den Vereinen an. Wir „reisen“ dann mit unserem gesamten Equipment an und trainieren beispielsweise die Keeper der ersten und zweiten Mannschaft sowie oftmals die Torhüter der U19 zusammen in einer Einheit. Dieses Angebot wird von den Vereinen oft in der Vorbereitung, aber auch begleitend durch die gesamte Saison gebucht.“

 

match-day.de: Wenn ich mich dafür entschiede, in eure Torwartschule zu gehen: Wie lange drücke ich denn dann die „Schulbank“?

 

Thorsten Röhrbein: „Wenn du, lieber Rico, dich für die Torwartschule entscheidest, hast du auf jeden Fall schon mal viel richtig gemacht – und wir wahrscheinlich viel Arbeit. Nein, Spaß beiseite: Wenn man sich für die Torwartschule entscheidet, kann man sich auf ein abwechslungsreiches, torwartspezifisches Training mit moderner Ausrüstung, motivierten Trainern und einer Menge Spaß freuen. Wie lange ihr die „Schulbank“ drücken wollt, ist euch dabei komplett selbst überlassen. Unsere Lehrgänge bestehen immer aus drei Einheiten, die im Laufe eines Monats angeboten werden.“

 

match-day.de: Wenn man sich für eine Ausbildung entscheidet, sind Fortschritte sehr wichtig. Wie werden diese gemessen? Erhalten die „Schüler“ auch Noten?

 

David Pape: „Unsere Keeper erhalten keine Noten und können selbstverständlich auch nicht sitzen bleiben. Die Fortschritte in den einzelnen Bereichen, die das Torwartspiel prägen, sind unserer Meinung nach kaum in irgendwelche messbaren Werte zu fassen. Aber wir bekommen sehr viel Zuspruch von den Eltern und den Vereinstrainern der Keeper, die uns übermitteln, dass es ihnen und auch anderen Vereinsmitgliedern doch sehr wohl auffällt, dass es nahezu wöchentlich sichtbare Fortschritte gibt.“

   

match-day.de: Kann man das Angebot der Torwartschule auch testen?

 

Thorsten Röhrbein: „Bis jetzt konnten wir die Gelegenheit für einen „Schnupperkurs“ leider noch nicht anbieten, da wir gestehen müssen, dass wir aufgrund der großen Nachfrage doch an unsere personellen und logistischen Grenzen kommen. Wir haben uns als Ziel gesetzt, nie mehr als fünf Torhüter pro Trainer im Lehrgang aufzunehmen, um so auch ein ordentliches Training zu gewährleisten und die Übungen so individuell wie möglich durchzuführen. Wir sind aber zurzeit dabei, unser Trainerteam zu erweitern, um so auch noch mehreren Torleuten die Chance zu bieten, ihr Talent zu schulen und weiterzuentwickeln.“

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